Neuer Netzregelverbund

beendet das Gegeneinanderregeln

Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern haben zum 1. Mai 2010 gemäß Beschluss der Bundes-netzagentur den Netzregelverbund auf ganz Deutschland ausgeweitet. Situationen wie in der Vergangenheit, in denen Leistungsüberschuss in einer Regelzone und Leistungsdefizit in einer anderen Regelzone unabhängig voneinander ausgeregelt wurden (so genanntes Gegeneinanderregeln), werden durch dieses in Europa einzigartige Regelkonzept nun vollständig vermieden.

Der Netzregelverbund umfasst dabei sowohl die Dimensionierung und die eigentliche Beschaffung als auch Einsatz und Abrechnung von Regelenergie. Durch die Ausweitung des Netzregelverbunds auf ganz Deutschland werden nach Abschätzung der Bundesnetzagentur jährliche Kosteneinsparungen von rund 200 Millionen Euro erzielt. Diese können im Rahmen der geplanten internationalen Erweiterung des Netzregelverbundes noch weiter gesteigert werden. Die Kosteneinsparungen kommen letztendlich allen Stromkunden zu Gute. Weiterhin wurde im Rahmen eines Gutachtens der Bundesnetzagentur festgestellt, dass der Netzregelverbund Vorteile in Bezug auf die Systemsicherheit bietet. Im Netzregelverbund haben die deutschen Übertragungsnetzbetreiber ihre Leitsysteme informationstechnisch so miteinander verknüpft, dass gegenläufiger Regelleistungsbedarf zwischen den Regelzonen in Echtzeit festgestellt und der notwendige Einsatz von Regelenergie unmittelbar minimiert wird. Nur noch eine informationstechnische Anbindung ist notwendig um deutschlandweit Regelleistung anbieten zu können. Dadurch wird ein einheitlicher Markt für Regelenergie in Deutschland geschaffen. Für die Bilanzkreisverantwort-lichen wird dieser über einen deutschlandweit einheitlichen Bilanzausgleichsenergiepreis sichtbar.

Quelle: Pressemitteilung 50Hertz Transmission GmbH vom 04.05.2010