Netzentwicklungsplan Offshore

Warum Offshore-Netzentwicklungplan?

Die Windenergie aus der Nord- und Ostsee soll künftig einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten. Hierfür muss jedoch ein effizienter Ausbau gewährleistet sein, der die Anbindungen an das Stromnetz ermöglicht. Deshalb wurde 2013 zusätzlich zum regulären Netzentwicklungsplan Strom (NEP) erstmalig auch ein Offshore-Netzentwicklungsplan (O-NEP) erstellt, der jährlich fortgeschrieben werden soll. Analog zum Beteiligungsverfahren beim Netzentwicklungsplan war auch der erste Entwurf des O-NEP der Übertragungsnetzbetreiber zunächst Gegenstand einer Konsultation. Anschließend übergeben die Übertragungsnetzbetreiber den überarbeiteten Entwurf der Bundesnetzagentur zur Prüfung, die den zweiten Entwurf erneut zur Konsultation stellt. Den Abschluss bildete die Bestätigung des O-NEP durch die Bundesnetzagentur.


INFORMATIONEN [Weblink]
Portal der Übertragungsnetzbetreiber
Bundesnetzagentur


Bei der Erstellung des O-NEP werden viele Faktoren betrachtet. Dazu zählen die Entwicklung des Übertragungsnetzes an Land, die räumlichen Planungen auf See sowie Faktoren wie technische Möglichkeiten, zeitliche Reihenfolge der Anschlüsse, Kosten und vieles mehr.

Analog zum Netzentwicklungsplan enthält auch der O-NEP keine Festlegung bereits konkreter Trassenverläufe. Es werden vielmehr Maßnahmen bestimmt, die unter Berücksichtigung technischer, wirtschaftlicher und räumlicher Rahmenbedingungen geeignet sind, um die nach dem genehmigten Szenariorahmen erwartete installierte Erzeugungsleistung aus Offshore-Windenergie an das Übertragungsnetz an Land anzubinden. Diese Betrachtung erfolgt nach den Anforderungen in den §§ 12 und 17 des EnWG (Gesetz über die Elektrizitäts- und Gasversorgung).


Auslaufen des Offshore-Netzentwicklungsplans

Gemäß § 17b Abs. 5 EnWG werden die Übertragungsnetzbetreiber ab dem 1. Januar 2018 keinen Offshore-Netzentwicklungsplan mehr vorlegen.

Diese EnWG-Änderung vom 1. Januar 2017 erfolgte parallel zur Einführung des Gesetzes zur Entwicklung und Förderung der Windenergie auf See (WindSeeG). Mit dem WindSeeG wird der sogenannte Flächenentwicklungsplan eingeführt, der den Bundesfachplan Offshore ablöst und Teile des O-NEPs ablöst (siehe auch § 7 WindSeeG).

Der Flächenentwicklungsplan wird Flächen für den Ausbau der Windenergie festlegen. Hierbei erfolgt u. a. eine Bestimmung der zeitlichen Reihenfolge des Ausbaus in Abstimmung mit dem Ausbau der Netzanschlüsse. Der Bedarf an Offshore- Anbindungsleitungen wird auf der Basis des Flächenentwicklungsplans im landseitigen Netzentwicklungsplan von den Übertragungsnetzbetreibern ermittelt. Zuständig für das Verfahren zur Erstellung des Flächenentwicklungsplans ist das BSH.