Szenariorahmen

Seit 2011 erarbeiten die Übertragungsnetzbetreiber gemäß der Vorschriften des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) jährlich einen sogenannten Szenariorahmen. Dabei geht es unter anderem um Fragen der Entwicklung des Stromverbrauchs und des Ausbaus der Erneuerbaren Energien:

  • Wo und wie viel Energie wird künftig produziert?
  • Wie hoch wird der Anteil bestimmter Energieträger sein?
  • Wie wird sich der grenzüberschreitende europäische Strommarkt entwickeln?
  • Wie viel Energie wird künftig benötigt?

Der Szenariorahmen umfasst drei Szenarien für die Entwicklung der Energielandschaft und des Verbrauchs in den nächsten 10 Jahren. Sie sollen die gesamte Bandbreite der möglichen Entwicklungen abbilden – Szenario A bildet dabei den unteren Rand der möglichen Entwicklungen, Szenario C den oberen Rand ab. Für das mittlere Szenario B wird zudem eine zusätzliche Prognose für die nächsten 20 Jahre gemacht. Für den Szenariorahmen wird eine Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt, in der Vorschläge gemacht und Bedenken formuliert werden können. Nach einer abschließenden Überarbeitung genehmigt die Bundesnetzagentur den Szenariorahmen.

Die Szenarien unterscheiden sich im Ausbaugrad der installierten Leistungen bei den erneuerbaren Energien und den konventionellen Kraftwerken (Kraftwerksliste). Als Basisannahmen für die erneuerbaren Energien werden aktuelle Ausbaukonzepte der Bundesregierung (beispielseise das Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien), Studien sowie eine Zusammenstellung auf Basis von Einzelangaben der Bundesländer herangezogen. Die genauen Eingangsdaten für die Szenarien werden jährlich neu festgelegt.

Im Folgenden soll vereinfacht dargestellt werden, wie der Szenariorahmen entwickelt wird.

Beim Szenario A werden die energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung umgesetzt bei einem zugleich moderaten Anstieg der konventionellen Kohlestromerzeugung.

Szenario B setzt bei diesem Szenario A an, ist aber durch einen höheren Anteil an erneuerbarer Energie gekennzeichnet und geht auch von zusätzlichen Stromerzeugungskapazitäten aus Gaskraftwerken aus. Dies soll sowohl die nötige Flexibilität im elektrischen System wahren als auch die Energieversorgungssicherheit durch einen diversifizierten Energiemix stärken.

Szenario C zeichnet sich durch einen besonders hohen Anteil an Strom aus erneuerbaren Energien aus und baut in der Regel auf regionalen Entwicklungsprognosen für die Bundesländer auf. In diesem Szenario wird kein wesentlicher konventioneller Kraftwerkszubau erwartet, stattdessen fließen Stromspeicherpotenziale durch neue Speichertechnologien in das Szenario ein.