Projekt Emden-Conneforde

Raumordnungsverfahren abgeschlossen

Das Raumordnungsverfahren für die geplante 380-kV-Höchstspannungsleitung zwischen den Umspannwerken Emden/Ost und Conneforde (Gemeinde Wiefelstede, Landkreis Ammerland) ist abgeschlossen. Das Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems legte am 24. Juni 2015 die landesplanerische Feststellung vor.

Sie enthält einen Korridor für die geplante Verbindung, welche die bestehende 220-kV-Höchstspannungsleitung ersetzen soll. Die neue Trasse ist nötig, weil die Kapazität der bestehenden Leitung für den Abtransport der zukünftig aus On- und Offshore-Windparks ankommenden Strommengen nicht ausreicht.

In einem breiten Beteiligungsverfahren äußerten sich Gemeinden, Landkreise, Verbände, Unternehmen und Privatpersonen zu den Plänen. Bei der Trassenfindung standen insbesondere der Naturschutz und der Einfluss auf die Wohnbebauung im Mittelpunkt.

Vom Umspannwerk Emden/Ost aus umgeht der landesplanerisch festgestellte Leitungskorridor zunächst das EU-Vogelschutzgebiet „Emsmarsch von Leer bis Emden" im Norden. Die bestehende 220-kV-Leitung quert weiter östlich mit dem „Fehntjer Tief" ein weiteres EU-Vogelschutzgebiet. Eine Verträglichkeit kann die neue 380-kV-Leitung hier nur durch eine Teilerdverkabelung erreichen. Eine reine Freileitung ist nach Ansicht der Landesplanungsbehörde nicht genehmigungsfähig.

Eine nördliche Umgehung entlastet die durch die aktuelle Leitung stark betroffene Bevölkerung des Ortsteils Timmel (Gemeinde Großefehn) östlich des Fehntjer Tiefs. Bezüglich des FFH-Gebiets (Fauna-Flora-Habitatrichtlinie) „Lengener Meer, Stapeler Moor, Baasenmeers Moor" ist eine Orientierung an der Bestandstrasse aus Sicht der oberen Landesplanungsbehörde die beste Lösung, auch wenn der Schutzbereich durchquert wird. Die neu gestaltete Leitungsführung entlastet ferner die Ortsteile Oltmannsfehn (Gemeinde Uplengen) und Bockhornerfeld (Gemeinde Bockhorn).

Das Raumordnungsverfahren wurde am 10. Februar 2014 eingeleitet. Mehr als ein Jahr später lag eine Vorzugstrasse vor. Der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr obliegt die weitere Bearbeitung des Vorhabens. Im Planfeststellungsverfahren legt sie die endgültige Trasse fest und genehmigt diese. An diesem Prozess beteiligen sich dann wieder Behörden, Verbände sowie Bürgerinnen und Bürger. Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr berücksichtigt die Ergebnisse der vorliegenden landesplanerischen Feststellung bei ihrer weiteren Bearbeitung des Vorhabens.


Informationen des Amtes für regionale Landesentwicklung Weser-Ems
Pressemitteilung [195 KB]
"www.emden-conneforde.niedersachsen.de" [Weblink]

Das Projekt Emden - Conneforde auf den Webseiten der TenneT TSO GmbH

 

Raumordnungsverfahren eingeleitet

Die TenneT TSO GmbH (Vorhabenträger) beabsichtigt die Errichtung einer
380 kV-Freileitung zwischen Emden/Ost und dem Umspannwerk Conneforde (Landkreis Ammerland). Dazu soll nach der Planung des Vorhabenträgers möglichst die Trasse der vorhandenen 220 kV-Leitung genutzt werden. Diese Leitung soll demontiert werden.


Am 05.11.2012 hat das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in seiner Funktion als oberste Landesplanungsbehörde in Absprache mit den unteren Landesplanungsbehörden (kreisfreie Stadt Emden und Landkreise) die Zuständigkeit für das Raumordnungsverfahren für das o.a. Vorhaben gemäß § 19 Abs. 1 Niedersächsisches Raumordnungsgesetz (NROG) an sich gezogen.

Da die vorhandene 220 kV-Freileitung in einigen Teilbereichen die im Landes-Raumordnungsprogramm festgelegten Mindestabstände zu Wohngebäuden unterschreitet, hat die oberste Landesplanungsbehörde TenneT gebeten, Trassenalternativen zu entwickeln und zu prüfen und dabei auch weitere möglicherweise berührte Belange einzustellen. Die von TenneT entwickelten Varianten wurden bereits im Vorfeld der Antragskonferenz den berührten Kommunen vorgestellt und deren Hinweise berücksichtigt.

Als ersten formellen Schritt hat die oberste Landesplanungsbehörde am 13.03.2013 Erforderlichkeit und Gegenstand des Raumordnungsverfahrens sowie den Umfang der notwendigen Planunterlagen in einer sogenannten Antragskonferenz mit den betroffenen Gemeinden, Behörden und sonstigen Trägern öffentlicher Belange erörtert. In diesem Zusammenhang wurden auch mögliche und sinnvolle Vorhabenalternativen diskutiert. Im Nachgang zu diesem Termin wurde entschieden, dass ein Raumordnungsverfahren erforderlich ist.

Der auf den Ergebnissen der Antragskonferenz und den schriftlichen Stellungnahmen sowie mehrerer intensiver Gespräche mit dem Vorhabenträger und verschiedenen Stellen basierende Untersuchungsrahmen wurde der Vorhabenträgerin am 02.05.2013 mitgeteilt.

Nach Fertigstellung der Unterlagen für das Raumordnungsverfahren wurde das Raumordnungsverfahren am 10.02.2014 eingeleitet.

Das Raumordnungsverfahren endet mit einer landesplanerischen Feststellung zur Raumverträglichkeit des Vorhabens. Diese ist bei Genehmigungen, Planfeststellungen und sonstigen behördlichen Entscheidungen über die Zulässigkeit des Vorhabens zu berücksichtigen. Sie entfaltet keine unmittelbare Rechtswirkung (d.h. sie ist nicht justiziabel), sondern ist eine gutachterliche Stellungnahme zur Raumverträglichkeit des Vorhabens für nachfolgende Verfahren. Der landesplanerischen Feststellung wird dann zu entnehmen sein, wie die vorgebrachten Stellungnahmen berücksichtigt wurden. Die landesplanerische Feststellung wird ebenfalls an dieser Stelle im Internet veröffentlicht werden.

Für die geplante Leitung wird die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr nach Abschluss des Raumordnungsverfahrens ein Planfeststellungsverfahren durchführen.




Informationen "Raumordnungsverfahren"

Das Raumordnungsverfahren dient neben der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange (Kommunen, Fachbehörden, Verbände etc.) auch einer frühzeitigen Anhörung und Information der Öffentlichkeit. Bei den berührten Gemeinden wurden deshalb die Verfahrensunterlagen zur Unterrichtung und Anhörung der Öffentlichkeit einen Monat zur Einsicht ausgelegt.

Informationen zum Projekt:
Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems (Obere Landesplanungsbehörde)

Presseinformation des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz:
Raumordnungsverfahren für die 380 kV-Freileitung Emden – Conneforde (Landkreis Ammerland) eingeleitet [33 KB] (13.02.2014)

 

Antragsunterlagen

Raumverträglichkeitsstudie mit integrierter Umweltverträglichkeitsstudie [4.210 KB]
Karte 1 - Übersicht Trassenverläufe [3.420 KB]
Karte 2 - Schutzgebiete [4.269 KB]
Karte 3 - Raumordnung Naturschutzfachliches Blatt 1 [3.275 KB]
Karte 3 - Raumordnung Naturschutzfachliches Blatt 2 [5.575 KB]
Karte 3 - Raumordnung Naturschutzfachliches Blatt 3 [6.382 KB]
Karte 3 - Raumordnung Naturschutzfachliches Blatt 4 [4.924 KB]
Karte 3 - Raumordnung Naturschutzfachliches Blatt 5 [5.162 KB]
Karte 4 - Schutzgut Mensch Blatt 1 [3.017 KB]
Karte 4 - Schutzgut Mensch Blatt 2 [4.659 KB]
Karte 4 - Schutzgut Mensch Blatt 3 [6.227 KB]
Karte 4 - Schutzgut Mensch Blatt 4 [5.463 KB]
Karte 4 - Schutzgut Mensch Blatt 5 [5.692 KB]
Karte 5 - Biotoptypen Blatt 1 [2.723 KB]
Karte 5 - Biotoptypen Blatt 2 [2.738 KB]
Karte 5 - Biotoptypen Blatt 3 [6.824 KB]
Karte 5 - Biotoptypen Blatt 4 [3.761 KB]
Karte 5 - Biotoptypen Blatt 5 [3.454 KB]
Karte 5 - Biotoptypen Blatt 6 [3.347 KB]
Karte 5 - Biotoptypen Blatt 7 [2.638 KB]
Karte 5 - Biotoptypen Blatt 8 [3.518 KB]
Karte 5 - Biotoptypen Blatt 9 [3.620 KB]
Karte 6 - Landschaftsbild [5.288 KB]
Brutvogelkartierung 2013 [12.315 KB]
Anhang 1 - Brutvogelkartierung Emden-Conneforde [2.060 KB]
Anhang 2 - Natura 2000 Verträglichkeitsuntersuchungen [2.814 KB]
Anhang 3 - Abstand Wohnbebauung [3.029 KB]
Anhang 4 - Fotodokumentation [6.948 KB]