Projekt Ganderkesee-St.Hülfe

Das für den Bau notwendige Planfeststellungsverfahren wurde am 6. Dezember 2012 eingeleitet und ist am 31. März 2016 abgeschlossen worden.

WEITERE INFORMATIONEN

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Das Energieversorgungsunternehmen Tennet TSO GmbH (Vorhabenträgerin) hat zum Zwecke der Ergänzung des Höchstspannungsverbundnetzes im Ems-Elbe-Gebiet für das Vorhaben "Neubau und Betrieb einer kombinierten 380-kV-Höchstspannungsfrei- und/ oder -erdkabelleitung zwischen den Umspannwerken Ganderkesee im Landkreis Oldenburg und St. Hülfe im Landkreis Diepholz" die Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens nach dem Energiewirtschaftsgesetz bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (Planfeststellungsbehörde) beantragt.

Diese so genannte Antragstrasse umfasst überwiegend die Ausführung als Freileitung, wobei zwei Erdkabelabschnitte in Ganderkesee vorgesehen sind. Die Länge der geplanten Trasse beträgt insgesamt ca. 61 km, davon entfallen ca. 6,9 km auf die Kabeltrasse und ca. 54,1 km auf die Freileitungstrasse. Für den erforderlichen Übergang des Erdkabels zu den Freileitungsabschnitten sind Kabelübergangsanlagen (KÜA) erforderlich. Neben diesem Neubau sind im Landkreis Diepholz auch Parallelführungen sowie die Mitnahme einer 110-kV-Leitung auf einem gemeinsamen Gestänge geplant. Demzufolge kommt es in einigen Bereichen auch zu Rückbaumaßnahmen.

Die Vorhabenträgerin hat ferner auf Veranlassung der Planfeststellungsbehörde nachrichtlich zum Antrag eine Alternativplanung mit fünf weiteren Erdverkabelungsabschnitten und einer daraus resultierenden von der Antragstrasse abweichenden Alternativtrasse vorgelegt, die zugleich mit der Antragstrasse öffentlich bekannt gemacht und ausgelegt wird. Die parallele Auslegung der Antragstrasse und der Alternativplanung soll es ermöglichen, ohne nochmalige vorherige Auslegung und Anhörung in einem möglichen Planfeststellungsbeschluss zu entscheiden, ob die Antragsplanung oder die Alternativplanung (ggf. auch nur teilweise oder vollumfänglich) planfestgestellt wird.

Das Vorhaben gehört zu den vier Pilotvorhaben, für die das Gesetz zum Ausbau von Energieleitungen (EnLAG) vorsieht, dass der Einsatz eines Erdkabels getestet werden kann.

 

Die Planunterlagen lagen vom 17. Dezember 2012 bis einschließlich 30. Januar 2013 bei folgenden Gemeinden zur allgemeinen Einsichtnahme öffentlich aus:

  • Gemeinde Ganderkesee
  • Samtgemeinde Harpstedt
  • Gemeinde Dötlingen
  • Stadt Wildeshausen
  • Stadt Twistringen
  • Gemeinde Goldenstedt
  • Samtgemeinde Barnstorf
  • Samtgemeinde Rehden
  • Stadt Diepholz

Jeder, dessen Belange durch das Vorhaben berührt werden, konnte bis zwei Wochen nach Ende der Auslegung, also bis einschließlich 14. Februar 2013, bei den vorgenannten Stellen oder bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Dezernat 33, Kaiserstraße 27, 26122 Oldenburg, schriftlich oder zur Niederschrift Einwendungen sowohl gegen den beantragten Plan als auch gegen den Alternativplan erheben; gegebenenfalls auch gegen beide Varianten.

Eingegangen sind rund 70 Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange und rund 510 Einwendungen (ohne Sammeleinwendungen in Unterschriftenlisten) von Privatpersonen und anerkannten Naturschutzvereinigungen.

Haupteinwendungspunkte sind:
die Forderung nach vollständiger Erdverkabelung, die Besorgnis vor negativen Auswirkungen der Freileitung auf die Gesundheit der Anwohner, die Forderung auf Berücksichtigung von EMF-Vorsorgewerten, Nichteinhaltung der Abstandsregelungen gemäß EnLAG, ein befürchteter Wertverlust von Immobilien bei Errichtung der Freileitung, Einschränkung der Lebensqualität des Menschen durch die Freileitung, Defizite bei der Bearbeitung der naturschutz- und artenschutzrechtlichen Belange, Erschwernisse der landwirtschaftlichen Nutzung bei einer Freileitung, aber auch befürchtete Schäden auf die Bodenbeschaffenheit, ungeklärte Auswirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit und Zerschneidung von Ackerflächen, die aus landwirtschaftlicher Sicht gegen ein Erdkabel vorgetragen wurden.

Die Stellungnahmen und Einwendungen wurden der Antragstellerin zur Erstellung der Gegenäußerung übergeben.

Der Erörterungstermin hat am 28., 29. und 30. April 2014 in Harpstedt und Diepholz stattgefunden und wurde am 6. Mai 2014 in Harpstedt abschließend fortgesetzt.

Das Verfahren wird fortgesetzt.

Ansprechpartner bei der Planfeststellungsbehörde: Herr Jürgen Kupka, Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr Dezernat 33, Göttinger Chaussee 76 A, 30453 Hannover, Tel: 0441/21 81-142. Aktuelle Informationen der Planfeststellungsbehörde finden Sie hier: Webseite der Planfeststellungsbehörde

Informationen zum "Projekt Ganderkesee - St. Hülfe" auf den Seiten des Vorhabenträgers TenneT TSO GmbH.

Planfestgestellte Trasse

Antragsunterlagen

Karten zur beantragten Trasse

Karten zur Alternativenplanung

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Im Rahmen eines Raumordnungsverfahrens (ROV) wurde vom Niedersächsischen Ministerium für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) der Trassenkorridor bewertet, der am ehesten raumordnerischen Kriterien gerecht wird und die geringsten Auswirkungen auf Mensch und Natur hat.

Die Landesplanerische Feststellung zum Abschluss des ROV hat behördenverbindlichen Charakter. Das Ergebnis des Raumordnungsverfahrens entfaltet daher keine unmittelbare Rechtswirkung gegenüber dem Projektträger oder der Öffentlichkeit.

Der frühere Netzbetreiber E.ON-Netz hatte die Planung auf der Grundlage des niedersächsischen Erdkabelgesetzes und des Landes-Raumordnungsprogramms überarbeitet und eine neue Konzeption mit zwei alternativen Varianten vorgelegt. Die Trasse soll zwischen dem Umspannwerk Ganderkesee und dem Umspannwerk St. Hülfe 56 km lang werden und 7 Erdverkabelungs-Abschnitte enthalten. Der Teilverkabelungsgrad würde dann 56% betragen.

Am 21. April 2008 hat die Regierungsvertretung Oldenburg* die Unterlagen an die betroffenen Gemeinden und Landkreise, an die zuständigen Behörden und z.B. auch an die IG "Vorsicht Hochspannung" verschickt.

Am 21. August 2008 wurde die Vereinbarkeit der neuen Planungen mit der landesplanerischen Feststellung von der Regierungsvertretung Oldenburg* bestätigt.

Der neue Übertragungsnetzbetrieber TenneT TSO GmbH erstellte die Antragsunterlagen für das erforderliche Planfeststellungsverfahren. Weil TenneT nicht alle Anforderungen der zuständigen Landesbehörde an die Qualität der Antragsunterlagen erfüllen wollte (insbesondere zur Darstellung der Teilverkabelungen) hat das Unternehmen Klage beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht.

Am 12. September 2012 wurde auf Vorschlag des Gerichts ein Vergleich geschlossen. Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hat sich darin verpflichtet, das Planfeststellungsverfahren auf der Basis des Antrages vom 13. Dezember 2010 mit zwei Teilverkabelungsabschnitten einzuleiten. TenneT verzichtete im Gegenzug auf Rechtsbehelfe, wenn die Planfeststellungsbehörde nach Durchführung des Verfahrens eine Erdverkabelung im Abschnitt Dickel-West bis Umspannwerk St.Hülfe für erforderlich hält.


* seit 1. Januar 2014 "Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems"

 

Karten und Konzepte

Die nicht mehr aktuellen Unterlagen können hier als pdf-Dateien heruntergeladen werden:

Konzept zur Teilverkabelung (intac) [173 KB]

Detail-Karten zur Erklärung des Trassenverlaufs [6.255 KB]

Übersicht zur Trasse Ganderkesse - St.Hülfe [800 KB]

Der Vorhabenträger E.ON-Netz hatte im April 2007 außerdem eine kleine Broschüre veröffentlicht, die hier eingesehen werden kann:

E.ON-Flyer [253 KB]